Trächtigkeit und Geburt

Die Trächtigkeit einer Hündin dauert normalerweise 63 Tage. Dabei handelt es sich aber nicht um eine genau feststehende Zahl, Trächtigkeitszeiten, die zwischen 57 und 65 Tagen dauern, sind durchaus als normal anzusehen.

Erstes äusseres Anzeichen ist ein Anschwellen des Bauches ab der fünften Woche. Allerdings ist dieses Merkmal nicht immer leicht auszumachen, besonders, wenn es sich bei der Hündin um ein etwas rundlicheres Tier handelt oder sie nur einen oder zwei Welpen austrägt.

Kurze Zeit später schwellen dann auch die Milchdrüsen und die Zitzen an, welche zudem eine rosige Farbe annehmen. Einige Tage vor der Geburt sondern die Zitzen dann auf Druck ein wässriges Sekret ab.

Tipp: Der Trächtigkeitskalender bei Welpen.de ein nützliches Tool nicht nur für Hundezüchter.

Bei Hündinnen, die bereits einmal geworfen haben, schwellen die Zitzen oft erst in der letzten Woche der Trächtigkeit an und fünf bis sechs Tage vor dem Geburtstermin wird dann sogar vollwertige Milch produziert.

Man muss aber bedenken, dass ein Anschwellen der Zitzen und eine Milchproduktion kein hundertprozentig sicheres Zeichen für eine Trächtigkeit ist, denn auch bei einer Scheinträchtigkeit wird Milch abgesondert.

Eine sichere Diagnose ist aber durch das genaue Abtasten der Hündin möglich. Nach etwa drei Wochen sind die Embryos inklusive Fruchtwasser und Nachgeburt runde, harte Dinger von ungefähr 2,5 cm Durchmesser, die sich recht gut ertasten lassen.

Allerdings sollte die Hündin dabei eher schlank sein, damit der Tierarzt sie in diesem Stadium der Trächtigkeit gut in der Gebärmutter erspüren kann. Aber bereits ab dem 25. Tag sind die Welpen so gross und hart, dass man sie auf jeden Fall sehr gut ertasten kann.

Man kann die Welpen ab diesem Zeitpunkt auch durch Röntgen entdecken, allerdings sollten man dieses Verfahren aufgrund der Strahlung nur ausnahmsweise bei besonderen Fällen anwenden.

Während der Trächtigkeit sollte die Hündin besonders hochwertiges Futter erhalten, allerdings sollten sie nicht gleich nach der Paarung für sechs füttern. Höchstens gegen Ende der Tragzeit sollte sie etwas mehr Futter erhalten, spätestens zwei bis drei Wochen davor sollten, nach Absprache mit dem Tierarzt, zusätzlich Kalzium und Multivitamine dem Futter zugeben.

Lassen sie ihre Hündin sich während der Trächtigkeit so bewegen, wie sonst auch.

Die Tiere spüren am besten, was gut für sie ist, deshalb können sie auch ruhig noch bis zuletzt mit der Hündin spazierengehen. Zwingen sie ihre Hündin aber nicht dazu und vermeiden sie nach Möglichkeit auch zu grosse körperliche Anstrengungen durch rennen oder springen für sie.

Aber Hündinnen in einer guten Körperverfassung werfen viel leichter als Untrainierte oder gar Faule, besonders wenn sie dabei auch noch schlank und nicht fett ist. Während der letzten Wochen sollten sie auch auf die Verdauung ihrer Hündin achten, insbesondere auf Verstopfung. Bei ersten Anzeichen, aber auch vorbeugend mischen sie am besten ein paar Tropfen Speiseöl ins Futter.

Rizinusöl dürfen sie auf keinen Fall verwenden, da dies eine Fehlgeburt verursachen könnte.

Die meisten Hündinnen machen sich kurz vor der Geburt ein Wurflager zurecht. Wenn sie ihrer Hündin helfen wollen, können sie einen Ort suchen, der ruhig und möglichst abseits liegt, warm und trocken und möglichst gross genug ist, dass die Hündin sich darin voll ausstrecken kann und für mindestens zwei bis drei Wochen nach der Geburt Platz für sie und die Welpen bietet.

Sie können eine Kiste oder einen Korb mit viel altem Zeitungspapier auslegen und in einem unbenutzten Zimmer, im Gartenschuppen oder sogar in einer Ecke der Küche aufstellen.

Nach Möglichkeit sollten sie dieses Wurflager nicht mit ungeeigneten Einlagen wie beispielsweise Decken bestücken. Schon oft sind Welpen von ihrer Mutter versehentlich erdrückt worden, da sie durch die Decken in ihrer Bewegungsfreiheit behindert waren und der Hündin so nicht rechtzeitig ausweichen konnten.

Eine dicke Schicht Zeitungspapier ist billig, saugfähig und bakterienfrei, zudem können neugeborene Welpen sich darin nicht verwickeln. Die Zimmertemperatur sollte um die 22 Grad liegen, das reicht völlig aus.

Die ideale Wurfkiste ist an ihrer vorderen Wand fünf bis zehn Zentimeter hoch, damit die neugeborenen Welpen nicht herausfallen können, aber andererseits die Hündin leicht in den Korb ein- und aussteigen kann.

Die drei anderen Seiten sollten dagegen hoch genug sein, um die Kiste von äusseren Einflüssen weitestgehend zu schützen. Für kleinere Hunde eigen sich alte Kartons, die man an einer Seite aufschneidet, hervorragend.

Auch kann normalerweise jeder Hobbybastler eine ähnliche Konstruktion leicht aus Holzresten selbst herstellen, zur Not können sie auch jeden Dorfschreiner damit beauftragen. Allerdings sollte dann auch der Boden mit Plastikfolie oder ähnlichem Kunststoff wasserdicht gemacht werden.

Sehr viele Hündinnen fühlen sich in der Küchenecke am wohlsten, da sie dort am normalen Familienleben teilnehmen können und gleichzeitig doch ziemlich ungestört sind, besonders, wenn sie ihre Ecke durch aufgespannte Tücher oder Decken etwas absondern.

Im Zweifelsfall lassen sie ihre Hündin entscheiden, wo sie ihr Wurflager aufschlägt. Schon öfters haben Hundefreunde ihrem Liebling die allerschönste Wurfkiste vorbereitet und die werdende Mutter hat dann doch die mit allerlei Gerümpel zugestellte Besenkammer als Wochenbett bevorzugt.

Allerdings sollten sie trotzdem immer ab und zu nach ihrer Hündin sehen. Kommen sie zum ersten Mal in die Situation, dass ihre Hündin trächtig ist, empfiehlt es sich, wenn sie sich vor der Geburt mit einem Züchter oder dem Tierarzt darüber unterhalten.

So können sie wertvolle Hinweise darüber erhalten, wie sie sich beispielsweise bei unvorhergesehenen Problemen verhalten müssen. Zudem ist es auch sehr sinnvoll, wenn sich der Tierarzt die angehende Hundemutter etwa eine Woche vor der errechneten Geburt noch einmal genauestens ansieht.

Stellen sie dabei auch gleichzeitig sicher, dass sie ihren Tierarzt bei Notfällen während der Geburt immer erreichen können. Normalerweise besteht kein Grund zur Sorge, wenn die üblichen 63 Tage der Trächtigkeit um einige Tage überschritten wird, die Hündin aber gesund ist und regelmässig frisst.

Falls sie jedoch beim Kotabsetzen ein auffälliges Pressen beobachten oder die Scheide eine gefärbte Flüssigkeit absondert und die Welpen zwei Stunden später nicht auf die Welt kommen, müssen sie umgehend den Tierarzt benachrichtigen.

Die Geburt ist eigentlich ein völlig natürliches Ereignis . Unmittelbar davor wird die Hündin nervös, verweigert das Futter und läuft hechelnd in der Wurfkiste auf und ab. Manchmal legt sie sich nieder, auch an völlig anderen Plätzen, um nur kurze Zeit wieder aufzustehen.

Diese Phase der Vor- oder Eröffnungswehen kann bis zu zwölf Stunden und manchmal sogar ein bis zwei Tage dauern, mit zwischenzeitlichen Intervallen von völlig normalem Verhalten. Solange kein Pressen und kein Ausfluss zu sehen sind, besteht kein Anlass zur Sorge.

Da es auch Hündinnen gibt, die während dieser Phase fressen und trinken, sollten die das Futter zu den normalen Zeiten reichen und ansonsten die Hündin entscheiden lassen, ob und wann sie etwas frisst oder trinkt. Danach kommt die sogenannte Austreibungsphase, die man durch das Einsetzen der Presswehen erkennt.

Zudem ist auch oft ein flaschengrüner Ausfluss zu beobachten. Ungefähr nach einer Stunde wird dann der erste Welpe geworfen. Als erstes kommt die Fruchtblase, die von der Hündin meist durch lecken zerrissen wird, dann folgt der Welpe. Er ist meistens noch in der Haut der Fruchtblase gehüllt.

Obwohl viele Welpen mit den Hinterbeinen zuerst herauskommen, handelt es sich nicht um eine Steisslage und so besteht auch kein Grund zur Besorgnis. Die Nachgeburt kommt entweder mit dem Welpen oder kurz danach zum Vorschein.

Ist das Gesicht des Welpen noch durch die Fruchtblase bedeckt, können sie ihm helfen, indem sie sein Gesicht und die Nasenlöcher davon befreien.

Bis der nächste Welpe geworfen wird, ruht die Hündin normalerweise einige Minuten oder auch mehrere Stunden. Die Intervalle können zum Ende der Geburt kürzer werden, durchschnittlich dauern sie bis zu zwei oder drei Stunden.

Die normale Hündin wirft in fünf bis sechs Stunden, allerdings kommt es auch vor, dass eine Hündin sechs oder sieben Welpen in einer halben Stunde zur Welt bringt oder es andererseits zwölf bis vierzehn Stunden dauert.

Wirft ihre Hündin während der Nacht, brauchen sie nicht die ganze Zeit daneben sitzen zu bleiben. Schauen sie gegen Mitternacht und danach um drei Uhr nach dem Rechten. Bei Bedarf können sie dann auch noch mal später nachsehen.

Ihre Hündin kann sich alleine viel besser entspannen und ausruhen. Falls nach zwei oder drei Stunden Presswehen noch immer kein Welpe zu sehen ist, sollten sie besser den Tierarzt dazuholen. Auch wenn ihre Hündin während der sechs Stunden nur sehr schwach presst, könnten Komplikationen vorliegen, welche die Anwesenheit eines Tierarztes notwendig machen.

Möglicherweise muss die Zangengeburt und sogar ein Kaiserschnitt angewendet werden. Obwohl dieser Eingriff an sich relativ harmlos ist, kann er nur in der Praxis des Tierarztes durchgeführt werden.

Er ist immer dann anzuwenden, wenn die Geburt schon länger als zwölf Stunden dauert. Selbst danach ist aber die Gebärfähigkeit der Hündin nicht eingeschränkt und sie kann auch auf ganz natürliche Art zukünftige Welpen zur Welt bringen. Es kommt auch nicht selten vor, dass die Hündin alle bis auf einen Welpen ohne Schwierigkeiten zur Welt bringt.

Auch da kann nur noch der Tierarzt weiterhelfen, ebenso, wenn die Hündin nicht mal eins der Welpen werfen kann. Die Nachgeburten erfolgen entweder nach jedem Welpen, in unregelmässigen Abständen in Klumpen oder ganz zum Schluss der Geburt.

Lassen sie ihre Hündin diese Plazentastücke ruhig auffressen da dies ihrem natürlichen Verhalten entspricht. Es darf eben nichts übrigbleiben, was Feinden die Anwesenheit von Welpen signalisieren könnte. Falls die Nachgeburt wenige Stunden nach der Geburt immer noch nicht abgestossen wurde, sollten sie den Tierarzt verständigen.

Am Verhalten der Hündin kann auch der ungeübte Hundezüchter erkennen, ob die Geburt abgeschlossen ist oder ob da eventuell noch ein Welpe geworfen wird. Normalerweise legt sich die Hündin bequem hin, wenn alle Welpen geworfen worden sind und säugt ihre Jungen.

Wenn der Geburtsvorgang erfolgreich abgeschlossen ist, reinigen sie die Mutter mit Watte und etwas Natriumbikarbonatlösung. Dann können sie ihr angewärmte Milch geben, während der nächsten zwei bis drei Stunden aber keine feste Nahrung.

Es ist möglich, dass ihre Hündin nach der Geburt noch ein, zwei Wochen lang einen leichten Ausfluss hat.