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Leben

Die oft übersehene Krankheit, die nur Frauen betrifft

Eine Krankheit, die häufig Frauen betrifft, wird oft nicht ernst genommen. Dies führt zu einer Vielzahl von Fehldiagnosen und unnötigem Leid. Wir beleuchten einige gängige Mythen.

Anna Schmidt13. Juni 20262 Min. Lesezeit

In der Diskussion über Gesundheit und Krankheiten wird oft übersehen, dass es gewisse Erkrankungen gibt, die überwiegend Frauen betreffen und dabei von der Gesellschaft nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten. Diese Missachtung führt zu Fehldiagnosen, falschen Behandlungen und damit zu unnötigem Leid. Im Folgenden werden einige gängige Mythen über diese Krankheitsbilder entlarvt.

Mythos: Diese Krankheit betrifft nur Frauen im gebärfähigen Alter.

Viele glauben fälschlicherweise, dass sich bestimmte Erkrankungen, wie das Fibromyalgiesyndrom, ausschließlich auf Frauen im gebärfähigen Alter beschränken. In Wirklichkeit kann Fibromyalgie Frauen jeden Alters betreffen. Allerdings sind es oftmals jüngere Frauen, die aufgrund ihrer Lebensumstände eher über ihre Symptome sprechen und somit in der medialen Berichterstattung präsenter sind. Auch ältere Frauen und jene in den Wechseljahren können betroffen sein. Die Überzeugung, dass nur eine bestimmte Altersgruppe betroffen ist, führt zu einer Vernachlässigung der Diagnose und Behandlung bei anderen.

Mythos: Frauen übertreiben ihre Symptome.

Ein weit verbreiteter Mythos geht davon aus, dass Frauen dazu neigen, ihre Beschwerden zu dramatisieren. Diese stereotype Sichtweise kann gravierende Folgen für die medizinische Versorgung haben. Es führt dazu, dass Ärzte oftmals die ernsthaften Beschwerden von Frauen nicht ernst nehmen und mit einem „Es ist alles psychosomatisch“ abtun. Tatsächlich sind viele Frauen mit chronischen Schmerzen konfrontiert, die auf reale, biologisch fundierte Erkrankungen zurückzuführen sind. Diese pauschale Zuschreibung von Übertreibung trägt zur Marginalisierung von Frauen in der Gesundheitsversorgung bei.

Mythos: Die Krankheit ist nicht lebensbedrohlich.

Oft wird angenommen, dass Krankheiten, die hauptsächlich Frauen betreffen, wie beispielsweise Endometriose, nicht gefährlich sind und somit auch nicht ernst genommen werden müssen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Endometriose kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, die das Leben der betroffenen Frauen erheblich beeinträchtigen. Die chronischen Schmerzen und die Folgen der Erkrankung können zudem zu psychischen Problemen führen, die weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Ein solches Fehldenken minimiert die Wichtigkeit der Forschung und der Behandlungsansätze für diese Krankheiten.

Mythos: Wenn es ernst wäre, würden sie es schon merken.

Eine weitere verbreitete Annahme ist, dass Frauen mit ernsthaften Erkrankungen schon die Symptome erkennen müssten, wenn ihre Beschwerden wirklich schwerwiegend wären. Diese Vorstellung ignoriert jedoch die Komplexität vieler Frauenkrankheiten. Symptome können schleichend auftreten oder sich über die Zeit hinweg verändern, was die Diagnose erschwert. Frauen haben oft gelernt, ihre Schmerzen zu ignorieren oder als „normal“ abzutun, was zu weiteren Verzögerungen in der Diagnostik führen kann. Die Annahme, dass sofortige Erkennung ein Zeichen für Schwere ist, ist ein Trugschluss, der viel Leid verursachen kann.

Mythos: Es gibt keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.

Ein häufig geäußerter Mythos ist der, dass bei speziellen Frauenkrankheiten wie dem Reizdarmsyndrom keine wirklichen Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Während dies in der Vergangenheit oft als gegeben betrachtet wurde, haben neuere medizinische Fortschritte viele Therapieoptionen hervorgebracht. Von medikamentösen Behandlungen über Ernährungstherapien bis hin zu psychologischen Ansätzen gibt es mittlerweile eine Vielfalt an Möglichkeiten, die es Frauen erlauben, mit ihren Erkrankungen besser umzugehen. Die Vorstellung, dass für diese Erkrankungen keine Lösungen existieren, kann dazu führen, dass Frauen resignieren und ihre Symptome akzeptieren, anstatt aktiv Hilfe zu suchen.

Das Zusammenspiel von Geschlechterstereotypen, mangelndem Bewusstsein und Fehlinformationen sorgt dafür, dass Krankheiten, die oft Frauen betreffen, häufig nicht den benötigten Ernst erfahren. Es wird Zeit, diese Mythen zu hinterfragen und den betroffenen Frauen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.

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