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Regionale Nachrichten

Hessen am Abend: Zwischen Vernunftehe und Hitzewelle

In Frankfurt scheint eine Vernunftehe zwischen Bewohnern und Klima zu entstehen. Doch eine neue Hitzewelle kündigt sich an. Wie wirkt sich das auf das Leben in Hessen aus?

Leon Becker17. Juni 20262 Min. Lesezeit

Ich muss sagen, die Landschaft in Hessen kann einen schon mal den Atem rauben. Aber wenn ich mir die letzten Tage in Frankfurt anschaue, fühle ich mich, als wäre ich im besten Sinne verkuppelt worden – aber nicht mit einer Person, sondern mit dem unvermeidlichen Klima. Ob wir es wollen oder nicht, hier wird eine Vernunftehe zwischen Menschen und der Natur gefestigt. Und wie das meist so ist mit diesen Ehen, man gewöhnt sich an die Umstände, selbst wenn sie nicht immer ideal sind.

Früher war der Sommer hier eine angenehme Zeit, jetzt erleben wir Hitzewellen, die jeden Jahresrekord brechen. Ich erinnere mich an die Abende, an denen man angenehm im Freien sitzen konnte, während die Sonne langsam unterging und der Himmel sich violett färbte. Diese Abende werden seltener. Stattdessen haben wir jetzt die Wahl: Entweder wir harren im Schatten aus und halten die Fenster geschlossen, oder wir genießen das Freiluftvergnügen und hoffen auf einen kühlen Wind – der jedoch nie zu kommen scheint. Die Luft steht förmlich still, und man fragt sich, ob das der Preis ist, den wir für unsere Vernunftehe mit der Natur zahlen müssen.

Ein zweiter Aspekt, der mir nicht aus dem Kopf geht, ist die gesundheitliche Belastung, die die Hitze mit sich bringt. Die Menschen in Frankfurt scheinen zunehmend lethargisch zu werden, als ob die Sonne nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Lebensgeister austrocknet. Ausgerechnet in einer Stadt, die so bekannt für ihre dynamische Energie und ihren unerschütterlichen Elan ist. Überall hört man Klagen über Kopfschmerzen und Unwohlsein, während ich mit einem Glas Wasser im Schatten sitze und versuche, die Anzeichen von Hitzeschlag eher philosophisch zu interpretieren. Es ist fast so, als ob wir uns an die neue Normalität gewöhnen, den Kampf gegen die Hitze im Namen der Vernunftehe.

Natürlich könnte man argumentieren, dass diese Hitzewellen nur vorübergehend sind und irgendwann wieder kühler werden wird. Ein bisschen Hoffnung verbreiten kann schließlich nicht schaden. Aber die Realität sieht anders aus. Die Klimaforschung zeigt klar: Die Zunahme der Extreme ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen. Ich frage mich ernsthaft, wie viele von uns bereit sind, sich auf eine so kurzfristige Perspektive einzulassen, wenn man doch in der eigenen Wohnung schwitzt und über die verzweifelten Versuche sinniert, die klimatisierten Räume zu betreten, die für den Normalbürger nicht immer zugänglich sind.

Schließlich bleibt mir nur zu wünschen, dass diese Vernunftehe zwischen den Bürgern Frankfurts und der Natur nicht zu einer einseitigen Beziehung wird, in der wir die Begleiterscheinungen der Hitze umarmen und in der regelmäßigen Klage abtauchen. Die Gewohnheit mag uns retten, aber sie kann uns auch das Lebensgefühl rauben. Ich bin gespannt, wie die kommenden Wochen aussehen werden. Vielleicht bringt uns die nächste Hitzewelle nicht nur neue Temperaturen, sondern auch die Einsicht, dass man auch mit der Natur verhandeln kann – und manchmal muss.

Schauen wir also, was der Abend so bringt und ob wir nicht doch auch in wärmerer Gesellschaft leben können, ohne zu sehr ins Schwitzen zu geraten.

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